"Natur und deutsche Geschichte | Glaube – Biologie – Macht"
Deutsches Historisches Museum, Berlin
Laufzeit: 14.11.2025 – 18.10.2026

Gestaltung: Marie-Luise Uhle (Lead), Johannes Karger, Gregor Müller-Übach
Kuratorin: Julia Voss | Projektleitung: Dorlis Blume
Fotos: Sandra Kühnapfel

Die Gestaltung stand im Zeichen nachhaltiger Ausstellungsgestaltung und -produktion. Das 3-Meter Raster aus "Was ist Aufklärung?" wurde wieder aufgegriffen, um eingelagerte Ausstellungselemente wiederzuverwenden. So entstand ein hexagonales Raumkonzept, dass variabel verschiedene bauliche Elemente als Schenkel integrieren konnte.
Inhaltlich lehnt sich das Raumkonzept stark an das Thema der Ausstellung an. So wurde die Wabenform gewählt, weil sie natürlich vorkommt in Blasen-Formationen, Kristallstrukturen und Bienenwaben. Jedoch ist die Wabenform auch eine menschliche Zuweisung, ein Ordnungssystem für die Natur – etwa in der Darstellung molekularer Strukturen.

Ausstellungstext DHM
[Quelle: DHM Website, Zugriff 07.06.2026] Die Ausstellung verhandelt Beispiele aus 800 Jahren deutscher Geschichte: Von Hildegard von Bingens Begriff der „viriditas“, der grünen Schöpferkraft, im 12. Jahrhundert bis zu der frühen Anti-Atomkraft-Bewegung in Wyhl und den unterschiedlichen Naturkonzepten in beiden Deutschlands im späten 20. Jahrhundert. Die Vereinnahmung des angeblich Natürlichen war zudem eine der ideologischen Grundlagen für die NS-Diktatur, die sowohl die „äußere“ als auch die „innere“ Natur mit einer Unzahl von Gesetzen in ihre Definitionsmacht und Gewalt bringen wollte. Die „Nürnberger Gesetze“ und das „Reichsnaturschutzgesetz“ wurden im gleichen Jahr erlassen: 1935. 
In fünf chronologisch angeordneten Räumen mit verschiedenen Stationen werden die Zeiträume durchschritten. Diese Stationen stellen in Form von „Vignetten“ Ereignisse oder Entwicklungen vor, in denen der Naturbegriff auf markante Weise verändert oder geprägt wurde. Die Ausstellung nimmt die sich wandelnde Bedeutung und Begrifflichkeit von „Natur“ in den Blick und arbeitet sie als politischen Faktor in der deutschen Geschichte heraus. Die historischen Etappen dieses Wandels werden nachgezeichnet, wie auch die Politisierung und Instrumentalisierung des Naturbegriffs in der deutschen Geschichte. Wer definiert, was als Natur gilt? Wer hat Zugriff darauf? Wie verändert sich, was als innere und äußere Natur verstanden wird? Und was passiert, wenn unvorhergesehene Ereignisse eintreten, auf die politische Handlungen erfolgen müssen?
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Wiederverwendung

Neben der Wiederverwendung von  Vitrinenelementen, Sideboards und Holzwerkstoffen für die Stellwände gibt es auch besondere Stellen, an denen man den nachhaltigen Anspruch erkennen kann. Hier wurden spezifische Elemente alter Ausstellungen umgewandelt.

Hervorzuheben ist der Rundtisch aus "Wolf Biermann". Dieser wurde von einer Audiostation zu einem abstrakten Vulkan, der eine atmosphörische Inszenierung historischer Medaillen ermöglicht. Der Vulkanausbruch des Tambora 1815 sorgte in Zentraleuropa zunächst für eine Missernte, danach für einen Erntesegen.

Fotos: Johannes Karger

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10829, Berlin
Email: hallo@johannes-karger.de