Re:boot – Perspektiven für die Rummelsburger Bucht
Masterarbeit Architektur
Sep. 2025 – Mai 2026
Natural Building Lab [NBL|, TU Berlin
Prüfer: Prof. Eike Roswag-Klinge | Prof. Jan Kampshoff
Mit: Benedikt Jährling, Lisa Vescovi
Die Masterarbeit untersucht die Rummelsburger Bucht direkt am Ostkreuz Berlins als konfliktreichen Übergangsraum zwischen Stadt und Wasser, Mensch und Ökologie, individueller Freiheit und gemeinschaftlicher Verantwortung.
Aus Vor-Ort-Recherche, Gesprächen und räumlicher Analyse entwickelten wir eine zivilgesellschaftliche Organisationsstruktur und fünf öffentliche Orte, die lokale Initiativen verbinden und strukturelle Fragen der Stadtentwicklung sichtbar machen. Weil die behördliche Lage so komplex ist, stellen wir die These auf: Miteinander könnte hier leichter sein als Gegeneinander.
Vollständige Arbeit auf: https://re-boot.berlin/
Der Entwurf entstand nicht aus einer konkreten Baufaugabe, sondern aus einer Kombination räumlicher, sozialer und ökologischer Forschung. Unterschiedliche Wissensformen wurden gesammelt, miteinander abgeglichen und in Karten, Texte, Schnitte und räumliche Vorschläge übersetzt.
Drei Handlungsfelder prägten methodisch die Arbeit.

Erleben
24-Stunden-Aufenthalt, Atmosphärenanalysen, informelle Gespräche, körperliche Erfahrung des Ortes.

Erheben
Uferatlas, Schnitte, Geoportal- und Umweltatlasdaten, fotografische und audiovisuelle Dokumentation.

Aushandeln
Interviews mit Fachleuten, Verwaltung und lokalen Initiativen; Rückkopplung der Entwürfe mit möglichen späteren Nutzer:innen.
Diese Videoarbeit zeigt die Rummelsburger Bucht zu verschiedenen Jahreszeiten und aus verschiedenen Blickrichtungen, die das Ufer ins Zentrum rücken.
Die häufig verkürzten Diskussionen der lokalen Konfliktthemen wurden durch Texte und Collagen ergänzt. Somit sollten die struktuellen Hintergründe Berücksichtigung finden.

Teilhabe
Alternative Kultur- und Wohnformen wurden aus der Stadt zunehmend auf das Wasser verdrängt. Die lokalen Konflikte sind daher auch Ausdruck größerer stadtpolitischer Entwicklungen.

Ökologie
Nicht einzelne Boote erklären die ökologischen Probleme der Spree. Entscheidend sind unter anderem Bergbaufolgen und der Umgang mit Regenwasser als urbaner Ressource.

Miteinander
Ein reflexives Freiheitsverständnis fragt nicht nur nach individuellen Rechten, sondern nach den Auswirkungen des eigenen Handelns auf andere und nach Formen gemeinsamer Verantwortung.
Mit vor Ort aktiven Paten-Gruppen gemeinsam konzipierten und entwarfen wir fünf verschiedene Räume am Ufer der Bucht. Denn neben Organisationen fehlt es auch an Räumen.
In der Uferarchitektur werden bedienende Strukturen für lokale Bedürfnisse kombiniert mit offeneren Räumen, die zur Vermittlung und Diskussion der strukturellen Faktoren einladen sollen.
Nach Abschluss der Masterarbeit führen wir „Re:boot“ als öffentliche Wissens- und Diskussionsplattform weiter. Die Website dokumentiert Recherche und Entwurf, während Veranstaltungen und prototypische Formate die Themen der Bucht weiterhin vor Ort verhandeln.
Auf den Fotos ist die öffentliche Präsentation vom 06. Mai zu sehen beim WiR e.V.
Andere Projekte
Natur und deutsche Geschichte2025 | Ausstellung | DHM
Pfadi Pfad2025 | Ausstellung | Saarbrücken
Joanes Preis2025 | Genossenschaftlicher Wohnungsbau | Berlin
Was ist Aufklärung?2024 | Ausstellung |DHM
Muse|um|bauen2024| Lehrforschungsprojekt | mit Gropius Bau, Berlin
Villa Berg - B.Sc.2023 | Stuttgart | Bauen im Bestand
Neckarinsel e.V.2022 | Stuttgart | Entwicklung Ort am Wasser
Opak–Festival2022 | Hütte Stuttgart | Subkultur
Gräbele2022 | Hütte Stuttgart | Zwischenraum
Lifecycle Sucker2022 | Uni Stuttgart | Verräumlichte Dystopie
10829, Berlin
Email: hallo@johannes-karger.de
instagram: johanneskarger
